Deutsch
Otmar Kaiser
Deutsch ist an Berufs- und Berufsfachschulen ein Pflichtfach.
Die geänderten Unterrichtsbedingungen erforderten eine vollkommen neue Strukturierung des Deutschlehrplans. Gründe hierfür sind u. a.:
Einführung der Lernfelder (neue berufliche Anforderungen)
Verleihung des Mittleren Schulabschlusses
Öffnung des Studiums für Absolventen der Berufsschule (z. B. über Meisterschulen)
Neue Anforderungen in Bezug auf Medienkompetenzen
Die Ergebnisse nationaler Vergleichsstudien (PISA, IGLU, TIMMS)
Aktuelle Diskussion um den Europäischen und Nationalen Qualifikationsrahmen (EQR, DQR)
u. a.
Die Erfüllung der neuen Anforderungen erfordern viele Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen, die im neuen Lehrplan verankert sind. Deshalb ist der neue Lehrplan nicht mehr an Inhalten, sondern bei den festgeschriebenen Lernzielen und –inhalten jetzt an Kompetenzen orientiert.
Dadurch ist der Lehrplan stärker an den Kenntnissen und Fähigkeiten der SchülerInnen ausgerichtet und ermöglicht daher eine individuelle Förderung. Denn nun müssen sich die Lehrkräfte am Leistungsniveau der SchülerInnen orientieren, deren bereits vorhandene Kompetenzen feststellen und davon ausgehend die im Lehrplan beschriebenen Kompetenzen anbahnen. In jeder Unterrichtssequenz sollen dann möglichst Aspekte mehrerer Kompetenzbereiche neu verknüpft werden.
Wesentlich dabei ist auch der Gesichtspunkt, dass die hierbei im Deutschunterricht erworbenen Kompetenzen eine unverzichtbare Grundlage für einen erfolgreichen Unterricht in allen anderen Bereichen der Berufsschule ist. Dazu gehört in der Berufsschule besonders das berufliche Handeln. Gerade hierfür sind sprachliche und kommunikative Kompetenzen von entscheidender Bedeutung (auch vor dem Hintergrund der Stichworte „Wissensgesellschaft“ und „Lebenslanges Lernen“). Dabei ermöglicht der Lehrplan an vielen Stellen einen direkten Berufsbezug.
Der Lehrplan gibt hierzu vier Kompetenzbereiche in allen drei Jahrgangsstufen (10. – 12. Jahrgangsstufe) für das Fach Deutsch zum Lernen und Weiterentwickeln vor:
- Der Erwerb dieser Kompetenzen bedeutet das „Handwerkszeug“ jeden Auszubildenden.
- Es fördert die jungen Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung.
- Es befähigt sie zur gesellschaftlichen Teilhabe.
